Bei den Bewohnern der Balearen gilt er als aus­ge­spro­chene Deli­ka­tesse und somit als einer der begehr­testen Spei­se­fi­schen der spa­ni­schen Insel­gruppe, der mit Kilo­preisen bis zu 60 Euro gehandelt wird. In anderen Regionen Spa­niens dagegen werden die im Durch­schnitt nur 15–16 cm langen Fische mit einem Gewicht von knapp über 50 g als läs­tiger Beifang über Bord geworfen. Bei dem teils heiß begehrten und teils auch ver­schmähten Fisch handelt es sich um den Scher­mes­ser­fisch Xyrichtys novacula, der häufig auch als „Sand­taucher“ bezeichnet wird.

 

Scher­mes­ser­fische zeichnen sich durch ihren seitlich stark abge­flachten und hoch­rü­ckigen Körper sowie das sehr steile Kopf­profil aus — beides erinnert auf den ersten Blick an die Form eines alter­tüm­lichen Scher­messers und brachte den Fischen ihren deut­schen Namen „Scher­mes­ser­fisch“ ein. Ihren zweiten deut­schen Namen „Sand­taucher“ ver­danken sie ihrem ganz spe­zi­ellen Flucht­ver­halten bei Bedrohung. Die Art bewohnt vor allem offene Sand- und Schlick­flächen, auf denen es bei Gefahr kei­nerlei Ver­steck­mög­lich­keiten für die Fische gibt. Fühlen sie sich gestört, ver­suchen sie in der Regel zuerst davon zu schwimmen. Nimmt die Bedrohung jedoch weiter zu, dann neigen sie ihren Kopf Richtung Boden, um schließlich in Sekun­den­bruch­teilen mit dem Kopf voran im Boden zu ver­schwinden – im Sand abzu­tauchen. Unter der Ober­fläche des Sand­bodens sind sie in der Lage sich weiter fort­zu­be­wegen, so dass sie für mög­liche Feinde unauf­findbar werden.

 

Da der Name „Sand­taucher“ bereits für die extrem lang­ge­streckten, band­för­migen Ver­treter der Gattung Tri­cho­notus aus dem tro­pi­schen Indo­pa­zifik und dem Roten Meer ver­wendet wird, die bei Bedrohung eben­falls kopfüber im Sand­boden abtauchen, ver­weigern viele Fach­leute dem Scher­mes­ser­fisch seinen zweiten nicht weniger pas­senden deut­schen Namen. Trotzdem wird Xyrichtys novacula häufig auch als „Sand­taucher“ bezeichnet, und das aus gutem Grund!

Ähnliche Beiträge

Gestatten, mein Name ist ...

Mein Name ist Kof­fer­fisch

Sie besitzen weder einen Griff zum Tragen noch haben sie Rollen, damit man sie ziehen kann und öffnen, um Sachen rein­zu­packen, kann man sie erst recht nicht. Außer ihrer kan­tigen Kör­perform haben Kof­fer­fische aus der Mehr …

Gestatten, mein Name ist ...

Mein Name ist Dor­nen­krone

Mit unzäh­ligen, bis zu fünf Zen­ti­meter langen Gift­sta­cheln an seinen bis zu 23 Armen und auf der Kör­per­ober­fläche  hat der Dor­nen­kronen-See­stern Acan­t­haster planci, der meist einfach nur Dor­nen­krone genannt wird, seinen mar­tia­lisch wir­kenden deut­schen Namen Mehr …

Gestatten, mein Name ist ...

Mein Name ist Pur­pur­schnecke

Betrachtet man die eher unscheinbar gefärbten Pur­pur­schnecken Hexaplex trun­culus aus der Familie der Stachel- oder Leis­ten­schnecken (Muricidae), wird man sofort zu dem Schluss kommen, dass sie ihren deut­schen Namen nicht auf­grund ihres Äußeren erhalten haben. Mehr …