Arm­flosser oder Ang­ler­fisch­artige

Während es bei anderen Lau­er­jägern eine Frage des Zufalls ist, ob sich ihnen ein unvor­sich­tiges Beu­tetier nähert, helfen Ang­ler­fisch­artige ihrem Erfolg nach. Mit Hilfe eines zu einer Angelrute mit Köde­ra­trappe umge­wan­delten Rücken­flos­sen­strahls locken sie Beute direkt vor ihr rie­siges Maul, um sie dann blitz­schnell zu ver­schlingen.

Ang­ler­fisch­artige sind hoch spe­zia­li­sierte Fische, die meist einen plumpen Körper mit einem großen Kopf und einem zum Teil rie­sigen Maul besitzen. Von anderen Fischen

unter­scheiden sie sich vor allem durch zwei äußere Merkmale. Zum einen besitzen fast alle Arten armähn­liche Brust­flossen, mit deren Hilfe sie über den Boden kriechen und zwi­schen Korallen umher klettern können. Aus diesem Grund werden sie häufig auch als Arm­flosser bezeichnet.

Zum anderen ist die Rücken­flosse aller Ang­ler­fisch­ar­tigen stark abge­wandelt. Der vor­derste Rücken­flos­sen­strahl ist vom Rest der Rücken­flosse getrennt und befindet sich weit vorne auf der Ober­seite des Kopfes, meist direkt oberhalb des Maules. Er ist häufig ver­längert und trägt an seiner Spitze eine häutige oder flei­schige, je nach Art unter­schiedlich aus­ge­bildete Köder­at­trappe, die bei Tief­see­formen sogar zusätzlich mit Leucht­or­ganen aus­ge­stattet sein kann.

Diese Angelrute mit Köder ist im Ruhe­zu­stand am Körper angelegt und kann bei Bedarf nach vorne vor das Maul gestreckt werden. Leichte Bewe­gungen des Köders können dabei seine Wirkung noch ver­stärken. Nähert sich ein unvor­sich­tiges Beu­tetier, das vom Köder ange­lockt wird, so braucht der in der Regel her­vor­ragend getarnte Lau­er­jäger nur noch im rich­tigen Moment sein großes Maul auf­zu­reißen und sein Opfer zu ver­schlingen. Durch die Erwei­terung der Mund- und Kie­men­höhle wird erst ein Unter­druck her­vor­ge­rufen, und durch das plötz­liche Auf­reißen des Maules wird die ahnungslose Beute in Bruch­teilen von Sekunden regel­recht ein­ge­saugt. Bei einigen Arten dauert dieser Vorgang nur sechs Mil­li­se­kunden und gehört somit zu den schnellsten Bewe­gungen im gesamten Tier­reich!

Da der Magen vieler Ang­ler­fisch­ar­tiger sehr dehnbar ist, sind zahl­reiche Arten, dar­unter vor allem Tief­see­formen, in der Lage, Fische zu ver­schlingen, die länger sind als sie selber.