Sie besitzen weder einen Griff zum Tragen noch haben sie Rollen, damit man sie ziehen kann und öffnen, um Sachen rein­zu­packen, kann man sie erst recht nicht. Außer ihrer kan­tigen Kör­perform haben Kof­fer­fische aus der Familie Ost­ra­ciidae mit einem Koffer wirklich nicht viel gemeinsam und man fragt sich, warum als deut­scher Name „Kof­fer­fisch“ gewählt und nicht einfach der wesentlich besser pas­sende eng­lische Popu­lärname „boxfish“ über­setzt wurde, also Kasten- oder Kis­ten­fisch.

 

Der wis­sen­schaft­liche Name der arten­reichsten Gattung Ost­racion und somit auch der Name für die gesamte Familie leitet sich vom grie­chi­schen „Ost­rakon“ für Schale oder (Krebs-)Panzer ab und beschreibt die Tat­sache, dass Körper und Kopf der Kof­fer­fische voll­ständig von einem kan­tigen Kno­chen­panzer umgeben ist, der nur kleine Öff­nungen für die Augen, das Maul, die Kie­men­öff­nungen, die Flossen und die Uro­ge­ni­tal­öffnung auf­weist. Ent­standen ist dieser Kno­chen­panzer durch das Ver­schmelzen von sechs­eckigen Kno­chen­platten, was man bei zahl­reichen Arten bei ihrer Färbung bzw. ihrem Zeich­nungs­muster erkennen kann. Da auch die Kie­men­deckel mit dem Kno­chen­panzer ver­schmolzen sind, können mit ihrer Hilfe keine Atem­be­we­gungen mehr aus­ge­führt werden. Diese Funktion hat statt­dessen der fle­xible Mund­höh­len­boden über­nommen, der durch rhyth­mische Ver­grö­ßerung und Ver­klei­nerung des Mund­raumes für den für die Atmung not­wen­digen stän­digen Was­ser­aus­tausch sorgt.

 

Auf­grund der Pan­zerung ihrer Körpers haben Kof­fer­fische auch eine für sie ganz cha­rak­te­ris­tische Schwimm­weise ent­wi­ckelt. Da der Körper völlig unbe­weglich ist, spielt er weder beim Antrieb noch bei der Steuerung eine Rolle. Wie kleine Pro­peller erzeugen Rücken- und After­flosse den gemäch­lichen Antrieb, die Schwanz­flosse, die extrem weit nach links oder rechts vorne vor­ge­bogen werden kann, über­nimmt zusammen mit den Brust­flossen die Steuerung. Bei Gefahr können die Tiere aber auch über­ra­schend schnell sein, wobei dann die Schwanz­flosse als Antrieb ein­ge­setzt wird.

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