Barschverwandte
Mit fast 8000 Arten aus 22 Unterordnungen und mehr als 150 Familien stellt die Ordnung der Barschverwandten die größte und vielfältigste Wirbeltierordnung überhaupt dar. Die Größe ihrer sehr formenreichen Vertreter reicht von nicht einmal einem Zentimeter bei einigen winzigen Grundeln bis zu mehr als vier Metern bei Schwertfischen. Segelfischen, Marlinen und einigen Thunfischen.
Bei der Vielfalt der verschiedenen Arten der Barschartigen ist es auf den ersten Blick nicht ganz einfach, gemeinsame Merkmale zu erkennen, zumal viele Gruppen den Echten Barschen, denen die Ordnung ihren Namen verdankt, gar nicht ähnlichsehen.
Neben einigen Merkmalen im inneren Körperbau — kein Verbindungsgang zwischen Darm und Schwimmblase, Magen mit Blindsack, keine Eileiter – gibt es jedoch auch einige charakteristische, äußere Merkmale. Bei den meisten Vertretern ist der Schädel seitlich abgeflacht und besitzt gut entwickelte Kiemendeckel, die häufig mit Stacheln oder Dornen besetzt sind. Der Rand des Vorderkiemendeckels ist häufig gesägt.
Die Rückenflosse ist entweder zweigeteilt oder es gibt zwei getrennte Rückenflossen, wobei die Erste bzw. der vordere Teil fast immer aus echten Stachelstrahlen besteht und die Zweite bzw. der hintere Teil aus Weichstrahlen. Auch die Afterflosse ist mit Hartstrahlen ausgestattet. Die Bauchflossen befinden sich entweder unmittelbar unterhalb der Brustflossen oder sogar deutlich davor. Sie besitzen stets einen Hartstrahl und höchstens fünf weitere Flossenstrahlen. Die Schwanzflosse besteht aus maximal 17 Hauptstrahlen.
Die meisten Barschartigen besitzen sogenannte Ctenoidschuppen, die aufgrund ihres gezähnten Randes auch als Stachelschuppen bezeichnet werden. Daneben kommen nicht selten aber auch sogenannte Rund- oder Cycloidschuppen vor und es gibt auch ganz schuppenlose Gruppen.
Die Unterscheidung der einzelnen Gruppen innerhalb der Barschartigen erfolgt in erster Linie nach verschiedenen Skelettmerkmalen, vor allem nach dem Bau des Schädels, nach der Anordnung und dem Aufbau der Flossen und der Art der Bezahnung.
Vertreter der Barschartigen sind weltweit in allen Lebensräumen und allen Gewässerformen sowie in allen Klimazonen zwischen den Polen verbreitet. Sie sind in nahezu jedem aquatischen Lebensraum zu finden, von den Süßwasserbächen der Hochgebirge bis zu den großen afrikanischen Seen, von den Korallenriffen bis zu den arktischen Meeren und der Tiefsee.
Obwohl es sich bei der Mehrzahl der Arten um Meeresbewohner handelt, beherrschen die Vertreter weniger Gruppen die Fischfaunen einiger tropischer und subtropischer Süßgewässer. So handelt es sich zum Beispiel bei 99 % der ca. 750 Fischarten des Malawisees im ostafrikanischen Grabenbruch ausschließlich um Barschartige.
Viele Barschartige haben eine große fischereiwirtschaftliche Bedeutung.